Wie kann man Lichtverschmutzung wirkungsvoll bekämpfen?

Wie kann man Lichtverschmutzung wirkungsvoll bekämpfen?

Der Lichtsmog ist eines der jüngsten Probleme unserer modernen Welt. Die rasante technische Entwicklung hat dazu geführt, dass unser Planet in allen Farben erstrahlt. Das vor allem in der Nacht, was zu führt, dass es kaum mehr Gegenden gibt, in denen der Nachthimmel in natürlichem Licht beobachtet werden kann. Zuviel an künstlichem Licht stört Mensch und Tier in ihrem Rhythmus und kann zum Problem werden. Menschen haben durch das viele künstliche Licht Schlafprobleme, für Tiere können die Lichtquellen gefährlich werden. Ihre Orientierung am Mondlicht, oder anderen natürliche Lichtern, verwirrt sie so sehr, dass sie sich nicht mehr in ihrer Welt zurechtfinden können. Doch wie könnte man die überhand greifende Lichtverschmutzung wirkungsvoll bekämpfen?

Das deutsche Bundesland Bayern hat bereits reagiert. Dort gilt seit 1. August 2019 ein neues Umweltschutzgesetz. Dieses spricht Verbote aus und reguliert die Nachtbeleuchtung. So finden sich im Gesetz unter anderem folgende Paragrafen, die helfen sollen die Lichtverschmutzung zu reduzieren. Der Art. 11a weist darauf hin, dass Eingriffe in die Insektenfauna durch künstliche Beleuchtungen im Außenbereich zu vermeiden sind. Daher werden Himmelsstrahler und ähnliche Lichter verboten. Laut Immissionsschutzgesetz es ist verboten nach 23 Uhr bis zur Morgendämmerung die Fassaden baulicher Anlagen der öffentlichen Hand zu beleuchten. Werbeanlagen im Außenbereich nach § 35 des Baugesetzbuchs sind ebenfalls nicht mehr erlaubt.

Was kann jeder Einzelne dagegen tun?

Solche Maßnahmen zielen darauf ab, das künstliche Licht in der Nacht zu reduzieren. Hier kann jeder selbst einen Beitrag leisten. Wichtig ist es, bei künstlichen Lichtquellen auf wärmeres Licht zu setzen. Blaues Licht zieht Insekten an, gelblich oder rotes Licht weniger. Darüber hinaus sollten Leuchtmittel nicht in den Himmel strahlen. Experten setzen auf sechs Maßnahmen, die man schnell und einfach umsetzen kann. Die Empfehlungen gelten für Häuser und Gebäude, aber auch für Werbetafeln, Schaufenster, Straßen und Parkplätze, also für alle öffentlichen Bereiche.

Was kann jeder Einzelne dagegen tun?
Was kann jeder Einzelne dagegen tun?

Große Flächen sollte man eher mit vielen kleinen Lichtquellen, statt mit nur einer einzigen großen beleuchten. Dabei sind auch deren Lumen-Werte wichtig. Diese sollten so niedrig wie möglich sein. Das Licht sollte immer nach unten und niemals nach oben gerichtet sein. Streulicht ist ebenfalls nicht optimal. Die Farbe des Lichts sollte so gelb wie nur möglich sein, Farbtemperaturen von 2700 Kelvin sollten nicht überschritten werden. Lichtquellen werden idealerweise so niedrig wie nur möglich montiert, so sind die Streuverluste geringer. Die Dauer der Beleuchtung ist ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Lichtsmog. Hier sind Bewegungsmelder, oder Zeitschaltuhren eine gute Möglichkeit die Zeiten anzupassen und zu regulieren. Licht sollte grundsätzlich nur zur Orientierung genutzt werden. Wer auf die Vermeidung von Lichtverschmutzung setzen möchte, verzichtet auf den Einsatz von Lichtquellen zur dekorativen Nutzung.

Zahlreiche Vorteile

Die Vorteile dieser Empfehlungen sind vielfältig. Sie vermeiden nicht nur die Lichtverschmutzung, sondern helfen auch der Natur. Insekten und Tiere werden geschützt,  Insekten gleichzeitig von den Häusern ferngehalten. Daneben kann man so auch noch Energiekosten sparen und in weiterer Folge dem Umweltschutz von uns allen dienen. Das spricht doch ganz klar für eine Umsetzung, oder?