Lichtverschmutzung fördert Stress

Lichtverschmutzung fördert Stress

Die zunehmende Lichterflut sorgt vielerorts für ein Ende der Nacht. Die hell erleuchteten Städte verwehren uns nicht nur den Blick ins Weltall, sondern sorgen für Unwohlsein bei den Menschen. Lichtverschmutzung oder Lichtsmog haben Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und beeinflussen das Leben von Pflanzen und Tieren. Wer mittels Satelliten einen Blick vom Weltraum aus auf die Erde wirft, sieht nur noch Licht. Umgekehrt sieht man oft gar nicht mehr. Schuld daran ist die Lichtverschmutzung.

Das Ende der Nacht

Die künstliche Beleuchtung durch elektrisches Licht gibt es gerade erst einmal seit Ende des 19. Jahrhunderts. Bereits einhundert Jahre später stellte die Menschheit das erste Mal fest, dass es nun schon fast zu viel wird. Mittlerweile sind Mensch und Tier von Kunstlicht umgeben, das schadete dem Organismus. Die Entwicklung verdeutlicht am besten eine Zahl. Unsere Städte leuchten mittlerweile 4.000 Mal mehr, als das natürliche Nachtlicht. Dass diese Entwicklung nicht ohne Folgen geblieben ist, verwundert deshalb nicht.

Zuviel künstliches Licht schadet

Schlafforscher sind sich seit langem sicher, ein Zuviel an künstlichem Licht macht krank. Das ist leicht nachzuvollziehen, oder kennen Sie jemanden, der unter dem grellen Licht einer Neonröhre gut schlafen kann? Diese Form von Licht umgibt uns jeden Tag. Egal, ob es sich dabei um die modernen Straßenlaternen, Fernseher, Smartphones, oder Laptops handelt, künstliches Licht ist überall. Nicht umsonst raten Schlafforscher davon ab, das eigene Handy mit ins Schlafzimmer zu nehmen und bis zum Einschlafen zu nutzen. Das künstliche Licht wirkt auf uns genauso wie natürliches Licht, es hält uns wach, weil der Biorhythmus Licht mit einem wachen Zustand assoziiert. Unsere innere Uhr ist verwirrt und hält uns wach. Der Mensch kann sich nicht ausreichend erholen, die Regeneration der Zellen wird gestört. Die Folge davon sind Schlafstörungen.

Die Natur ist verwirrt

Doch der Mensch ist damit nicht allein. Auch die Tiere leiden unter einem Zuviel an Licht. Die künstliche Beleuchtung stört damit das ganze Ökosystem, zu dem auch die Vegetation gehört. Zahlreiche Tiere und Pflanzen sind nachtaktiv. Doch was machen sie, wenn es plötzlich keine richtige Nacht mehr gibt? So hat die Lichtverschmutzung auch Einfluss auf das Insektensterben. Bestes Beispiel dafür sind die Straßenlaternen. Diese werden von den Insekten mit dem Mondlicht verwechselt, weil sie dieses zur Orientierung verwenden. Sie umkreisen die künstliche Lichtquelle so lange, bis sie vor Erschöpfung sterben. Insekten geraten damit in eine künstliche Lichtfalle.

Die Natur ist verwirrt
Die Natur ist verwirrt

Selbst Vögel leiden unter dem Lichtsmog. Er bringt ihr Paarungsverhalten durcheinander. Sie interpretieren das Licht als Sonnenaufgang und beginnen mehr als eineinhalb Stunden früher mit ihrem Gesang. Schildkröten orientieren sich nach ihrer Geburt am Licht. Das sollte eigentlich das Meer sein, doch heute ist es künstliches Licht. Das kann ihren Tod bedeuten. Selbst die Zugvögel geraten bei zu viel Licht durcheinander. Sie verlieren die Orientierung und kreisen über den hell erleuchteten Städten. Diese Entwicklung ist allerdings noch lange nicht abgeschlossen. Einzelne Bundesländer in Deutschland legen pro Jahr bis zu 4 % an Lichtverschmutzung zu. Weltweit sind angeblich 80 % der Bewohner von Lichtsmog betroffen, in Europa und den USA sind es sogar 99 %.