Die Bedeutung der Sonne in der Kulturgeschichte

Die Bedeutung der Sonne in der Kulturgeschichte

Das Licht der Sonne spendet Leben. Sie erhellt unseren Planeten und wärmt die Menschen, wenn ihnen kalt ist. Darüber hinaus hat die Sonne eine lange Geschichte und Tradition in der Kulturgeschichte. Sie bestimmte maßgeblich die Religionen und die Zeitrechnung. Seit jeher sahen die Menschen in ihr abwechselnd die Götter oder unbeschränkte Macht. Ihre Bedeutung ist umfassend, Zeit also einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und die Geschichte der Sonne aufzuarbeiten.

Der Energie- und Lebensspender

Bereits die alten Ägypter stellten ihren Gott mit einer Sonne auf dem Kopf als Krone dar und erfanden so den Monotheismus. Bei den Mayas hingegen trägt der Gott die Sonne als großen gelben Kragen um den Hals und in Mesopotamien schlugen lodernde Flammen aus seinen Schultern. Die Kraft der Sonne hat in allen Kulturen tiefe Spuren hinterlassen. Selbst Christus wird in der abendländischen Kultur in einem Strahlenkranz dargestellt. Als Brennpunkt der Kulturen war die Sonne auch in der jüngeren Vergangenheit Schwerpunkt zahlreicher Ausstellungen und Bücher. Ihr Beitrag zur menschlichen Kulturgeschichte kann gar nicht stark genug betont und gewürdigt werden. Der Feuerball steht seit mittlerweile rund 4,6 Milliarden Jahren am Himmel und dient der Menschheit als Energie- und Lebensspender.

Ein himmlisches Zeichen

Ohne sie gäbe es weder die Astronomie, noch die Mathematik, Revolutionen oder die schönen Künste. Sie hat so gut wie alles, was der Mensch in den Jahrhunderten seiner Existenz erforscht oder erschaffen hat, beeinflusst. Der Gatte von Nofretete, König Amenophis IV, verbannte alle Götter in Ägypten und erhob die Sonne zum einzigen Gott. Er nannte sich fortan Echnaton und ging als Stifter aller Religionen in die Geschichte ein, die auf einem einzigen Gott basieren. Zahlreiche Religionen mit Jesus, Mohammed, Moses, Zarathustra und Buddha folgten ihm nach. In Ägypten galt die Sonne als Zentrum der Macht. Die Pharaonen ließen ihre Pyramiden nach ihr ausrichten. Der französische König Ludwig XIV wurde auch der Sonnenkönig genannt. Kein Wunder, so leitete er seinen absolutistischen Anspruch direkt von ihr ab. Zahlreiche religiöse Darstellungen sind ihr nachempfunden. Im christlichen Glauben gibt es kaum eine Darstellung von Heiligen, die ohne einen Strahlenkranz auskommt.

Selbst im Alltag bestimmte sie immer das Leben der Menschen. Sie diente als Zeitmesser und half sowohl den Bauern ihre Felder zu bestellen, als auch den Astronomen am Hofe der Könige ihre Arbeit zu verrichten. Ihr Lauf bemisst den Kalender der Natur. Dies begann bereits mit der Himmelsscheibe von Nebra und reicht über die Kalendersysteme der Mayas bis in die Neuzeit. Zahlreiche Kulturen erhoben die Winter- und Sommersonnenwende zu Feiertagen. Dies nutzte Kaiser Konstantin dazu das Christentum und das Heidentum miteinander zu versöhnen und so Frieden unter den Glaubensrichtungen zu stiften.

Ein himmlisches Zeichen
Ein himmlisches Zeichen

Die Sonne ist schlicht überall zu finden. Ob in Krimis, wie dem berühmten Roman „Nur die Sonne war Zeuge“ von Patricia Highsmith, im Zitat „Geh mir aus der Sonne“ des Philosophen Diogenes, der damit Alexander den Großen abwies, oder im Beatles-Klassiker „Here comes the sun“. Sie inspiriert, verführt und begeistert seit Anbeginn der Menschheit. Der Feuerball am Himmel wird die Erde weiterhin begleiten, zumindest so lange, bis er in rund vier Milliarden Jahren zur Supernova wird.